November 5, 2026
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Auf der PACK EXPO haben uns Kaffeeröster gefragt, wie sie ihr Beutelformat auslegen, damit die Verpackungsmaschine ihre beste Leistung bringt. Die Antwort beginnt lange vor der Maschine: Holen Sie alle an einen Tisch, solange sich das Format noch ändern lässt.
Auf der PACK EXPO in Chicago kam eine Frage immer wieder: „Wie optimiere ich mein Verpackungsformat für die beste Leistung?“ Wir haben eine ausführliche Antwort versprochen. Hier ist sie, von unserem Engineering und unserem PackLab.
Die meisten Beutelformate entstehen im Marketing. Das ist verständlich, denn den Beutel sieht der Käufer im Regal. Doch jede Abmessung, die dort festgelegt wird, bestimmt auch, wie schnell die Verpackungsmaschine läuft, wie genau sie dosiert und wie viel Folie sie braucht. Steht das Format fest, stehen auch diese Grenzen fest. Das Folgende gilt vor allem für Mahlkaffee, der über eine Dosierschnecke abgefüllt wird. Ganze Bohnen werden anders dosiert und unterliegen diesen Grenzen nur eingeschränkt; dazu weiter unten mehr.
Markenteams wünschen sich oft einen hohen, schlanken Beutel mit großer Schauseite. Bei Mahlkaffee zieht die Maschine in die andere Richtung. Eine im Formrohr positionierte Dosierschnecke füllt den Kaffee ab, und vor allem beim 4K-Beutel bestimmt die Schmalseite des Beutels, wie groß diese Schnecke sein kann. Eine größere Schnecke füllt schneller. Ein schlankerer Beutel braucht eine kleinere Schnecke, und die Maschine läuft langsamer.
Kleinere Schnecken dosieren zwar genauer, aber nur bei kleinen Füllgewichten. Eine Faustregel für jeden Beutel gibt es deshalb nicht. Der richtige Querschnitt hängt von Ihrem Kaffee, der Beutelart, dem Ventil und dem Füllgewicht ab. Wir berechnen ihn für jedes Projekt.
Beutelart. Bei Mahlkaffee lässt ein Standbodenbeutel mit Mittellängsnaht der Schnecke den meisten Platz. Ein 4K-Beutel braucht ein rechteckiges Formrohr und lässt weniger Platz.
Ventil. Ein Innenventil braucht einen Ventilkanal im Formrohr. Dieser Kanal nimmt der Schnecke an der Schmalseite Platz, und je schlanker der Beutel, desto mehr Leistung kostet er. Das Ventil schützt Ihren Kaffee, das spricht also nicht gegen das Ventil. Es spricht dafür, Ventil und Beutelformat gemeinsam und früh festzulegen.
Rechteck statt Quadrat. Die Breitseite des Beutels muss deutlich länger sein als die Schmalseite. Wo sich die Folienlagen an den Nähten überlappen, lässt sich ein quadratischer Beutel nicht dicht siegeln. Auf dem Papier wirkt die quadratische Grundfläche effizient, an der Siegelnaht scheitert sie.
Abzugslänge. Das Schüttvolumen Ihres Kaffees bestimmt, wie viel Folie jeder Beutel braucht. Die Geometrie der Maschine begrenzt, wie hoch der Beutel werden kann. Kaffee, der sich stark setzt, kann außerdem mehr Folie pro Beutel bedeuten. Wie viel, hängt von der Maschine und davon ab, wie der Kaffee vor dem Siegeln verdichtet wird – ein Grund mehr, das Format mit Ihrem Kaffee zu testen. Bei der Bemusterung sehen wir, wie weit sich Ihr Kaffee setzt, und können die Abzugslänge entsprechend knapp auslegen. Das kann Folie sparen.
Alle Formate der Maschine. Laufen auf einer Maschine mehrere Formate, bekommen diese in der Regel eigene Schnecken. Die Position der Schnecke bleibt aber für alle gleich und ist damit ein Kompromiss aus allen Formaten. Ein ungewöhnliches Format kann so die Schnecke für jeden anderen Beutel begrenzen. Planen Sie deshalb die ganze Formatfamilie, nicht einen einzelnen Beutel.
Unterschiedliche Dichten auf einer Maschine sind kein Problem, solange wir vor der Auslegung davon wissen. Bei der Bemusterung Ihrer Produkte legen wir die Abzugslänge so fest, dass auch Ihr voluminösester Kaffee in den Beutel passt. Davon ausgehend legen wir den Dosierer aus und prognostizieren Ihre Leistung. Bei Ihren übrigen Produkten kann die Abzugslänge davon abweichen. Für die Auslegung der Becherkette und Ihrer Sekundärverpackung ist der Füllspiegel beziehungsweise die Pakethöhe ausschlaggebend. Auch nach unten gibt es eine Grenze: Unterschreitet das Paket ein gewisses Maß, läuft es nicht mehr in der Becherkette.
Bei ganzen Bohnen sieht es anders aus. Sie laufen über ein anderes Dosiersystem: über die Dosierschnecke mit anderer Ausstattung, wenn die Maschine auch Mahlkaffee füllt, oder über eine Abschüttwaage, wenn sie nur Bohnen füllt. In beiden Fällen gelten die Grenzen der Schnecke nicht in gleicher Weise. Mahlkaffee lässt sich außerdem genauer dosieren als ganze Bohnen. Bei Mahl- wie bei Bohnenkaffee liegt die relative Standardabweichung unserer Dosieraggregate unter 1 %. Das Volumen spielt aber auch bei Bohnen eine Rolle: Schüttvolumen und Pakethöhe bestimmen auch hier die Abzugslänge und den Lauf in der Becherkette.
Ein Format, das für die Verpackungsmaschine perfekt ist, kann für Ihre Kartons und Ihre Palette ungünstig sein. Das Palettenschema folgt dem Beutel, deshalb muss auch die Logistik mitreden, bevor das Format feststeht.
Wenn Sie Ihre bestehenden Formate, Ihre Folie, Ihre Kartons und Ihre Palette kennen, bringen Sie diese Angaben mit.
In unserem PackLab testen wir Ihren Kaffee und Ihre Folie unter Laborbedingungen, die Ihrer Anlage so nahe wie möglich kommen, bevor Ihr Design steht. Sie sehen, was Ihr Format für Leistung, Dosiergenauigkeit und Folienverbrauch bedeutet, solange es sich noch leicht ändern lässt. Der günstigste Moment, ein Beutelformat zu ändern, ist vor dem ersten Druck.
Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung, Fragen oder Kommentare.